Klinik für Pneumologie

Weaning-Zentrum Bayern

Das Weaning-Zentrum des Caritas-Krankenhauses St. Maria in Donaustauf gehört zu den führenden Einrichtungen seiner Art in Deutschland. Als spezialisiertes Zentrum für Beatmungsentwöhnung begleiten wir Menschen, die nach einer intensivmedizinischen Behandlung Schritt für Schritt wieder lernen, selbstständig zu atmen und so zurück in ein selbstbestimmtes Leben finden.

Zertifiziertes Weaning-Zentrum seit 2010

Bereits seit Oktober 2010 sind wir durch die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) als Weaning-Zentrum zertifiziert. Damit gehören wir zu einer kleinen Gruppe von knapp 60 zertifizierten Zentren bundesweit. In Ostbayern war das Caritas-Krankenhaus St. Maria das erste Zentrum dieser Art – eine Vorreiterrolle, die wir bis heute ausfüllen.

Die Zertifizierung wird regelmäßig durch die DGP überprüft und sichert so dauerhaft hohe Behandlungsqualität für unsere Patientinnen und Patienten.

Was ein Weaning-Zentrum leistet

Ein spezialisiertes Weaning-Zentrum unterscheidet sich grundlegend von einer allgemeinen Intensivstation: Die Entwöhnung langzeitbeatmeter Patientinnen und Patienten vom Beatmungsgerät erfordert strukturierte Konzepte, speziell geschultes Personal und ein interdisziplinäres Team, das individuell auf jede betroffene Person eingeht.

Bei uns arbeiten Intensivmedizinerinnen und -mediziner, spezialisierte Pflegekräfte, Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten, Atmungstherapeuten sowie Logopädinnen und Logopäden Hand in Hand. Dieses gemeinsame Vorgehen ist die Grundlage für den Erfolg der Beatmungsentwöhnung.

Unser Weaning-Zentrum betreut Patientinnen und Patienten aus dem gesamten süddeutschen Raum. Darüber hinaus unterstützen und beraten wir andere Krankenhäuser in der Region bei der Behandlung von Langzeitbeatmeten.

Prof. Dr. Malfertheiner des Caritas-Krankenhaus St. Maria im Gespräch mit einem Patienten.

„Im Weaning-Zentrum setzen wir alles daran, jede Patientin und jeden Patienten so weit wie möglich zur eigenständigen Atmung zurückzuführen – mit Geduld, Fachkompetenz und einem Team, das den Menschen in den Mittelpunkt stellt."

Prof. Dr. med. Maximilian Malfertheiner​​​​​​​

Unser Ansatz: strukturiert, individuell, interdisziplinär

Die Beatmungsentwöhnung gelingt auf einer spezialisierten Station deutlich besser als auf einer allgemeinen Intensivstation. Unser strukturiertes Weaning-Konzept orientiert sich an den pathophysiologischen Ursachen eines Weaning-Versagens und setzt frühzeitig auf gezielte Atem- und Physiotherapie.

Die tragenden Säulen unserer Arbeit sind:

  • eine engagierte, patientenorientierte und speziell ausgebildete Pflege
  • gezielte physiotherapeutische, atmungstherapeutische und logopädische Behandlung
  • hohe ärztliche Kompetenz und langjährige Erfahrung

Ziel ist es, den Betroffenen die Rückkehr zu einem selbstbestimmten Leben zu ermöglichen – sei es durch vollständige Entwöhnung vom Beatmungsgerät oder, wenn nötig, durch Übergang auf eine möglichst alltagstaugliche Beatmungsform.

Anmeldung für zuweisende Ärztinnen und Ärzte

Sie möchten eine Patientin oder einen Patienten für unser Weaning-Zentrum anmelden? Das geht schnell und unkompliziert: 

Häufige Fragen zum Weaning

Was versteht man unter Weaning?

Weaning bezeichnet den schrittweisen Prozess der Entwöhnung eines Patienten oder einer Patientin von der mechanischen Beatmung. Ziel ist es, die eigenständige Atmung wiederherzustellen, sobald die Atemmuskulatur ausreichend Kraft besitzt und die Lungenfunktion stabil genug ist, um eine spontane Atmung zu ermöglichen.

Wann ist ein Weaning-Prozess erforderlich?

Ein (prolongiertes) Weaning wird notwendig, wenn eine Patientin oder ein Patient über einen längeren Zeitraum künstlich beatmet wurde und die eigenständige Atmung nicht ausreicht und eine weitere Unterstützung notwendig ist. Dies gilt insbesondere für Menschen mit chronischen Lungenerkrankungen, neuromuskulären Erkrankungen oder nach schwerwiegenden intensivmedizinischen Behandlungen.

Welche Voraussetzungen müssen für ein erfolgreiches Weaning erfüllt sein?

Die Patientin bzw. der Patient sollte eine ausreichende Sauerstoffsättigung ohne Beatmungsunterstützung aufrechterhalten können, stabile Kreislaufverhältnisse aufweisen und in der Lage sein, eigenständig zu husten und Sekrete abzutransportieren. Zudem spielt die psychische und neurologische Verfassung eine wesentliche Rolle.

Wie lange dauert der Weaning-Prozess?

Die Dauer des Weanings variiert je nach individueller Situation der Betroffenen, der Grunderkrankung sowie der Dauer der vorangegangenen Beatmung. Während einige Patienten innerhalb weniger Stunden entwöhnt werden können, benötigen andere Tage bis Wochen, insbesondere bei Vorerkrankungen der Lunge oder geschwächter Atemmuskulatur.

Was passiert, wenn das Weaning nicht erfolgreich ist?

Sollte eine vollständige Entwöhnung nicht möglich sein, können alternative Beatmungsformen erforderlich werden, darunter die nicht-invasive Beatmung (NIV) über eine Maske oder in schweren Fällen eine Langzeitbeatmung über eine Trachealkanüle. 

Welche Rolle spielt die physiotherapeutische Unterstützung beim Weaning?

Physiotherapeutische Maßnahmen unterstützen die Kräftigung der Atemmuskulatur, die Mobilisation von Sekreten und die allgemeine körperliche Stabilisierung der Patientinnen und Patienten. Atemtherapeutische Übungen und Mobilisationstechniken tragen entscheidend dazu bei, den Entwöhnungsprozess zu beschleunigen.

Was ist der Vorteil eines zertifizierten Weaning-Zentrums?

Ein zertifiziertes Weaning-Zentrum wie das am Caritas-Krankenhaus St. Maria in Donaustauf verfügt über erfahrenes ärztliches Personal, moderne Beatmungstechnologien und interdisziplinäre Teams aus Intensivmedizinern, spezialisierten Pflegekräften, Atmungstherapeuten, Logopäden, Psychotherapeuten und Physiotherapeuten. Durch individuelle Therapieansätze und engmaschige Überwachung können die Erfolgsaussichten des Weanings erheblich verbessert werden. Ein Weaning-Zentrum arbeitet strukturiert nach einem speziellen Weaning-Konzept, das regelmäßig durch die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) bei der Rezertifizierung geprüft wird.