Achtsam ins neue Jahr

Der Jahreswechsel bedeutet für viele Menschen nicht nur Anlass zum Feiern, sondern ist auch Anreiz zur Selbstoptimierung. Die Frage nach den guten Vorsätzen für 2026 schürt die Erwartungen von anderen und an uns selbst – nicht selten endet sie allerdings in Überforderung, Stress und Enttäuschungen. Prof. Dr. Thomas Loew, Direktor der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Caritas-Krankenhaus St. Maria in Donaustauf, erklärt, welche Fragen man sich vor dem Jahreswechsel tatsächlich stellen sollte, und wie es gelingt, gesunde Routinen nachhaltig in den Alltag zu integrieren.

Vorsatz mit Bedacht

„Für einen guten und gesunden Jahresstart empfiehlt es sich, realistische Ziele zu setzen“, erklärt Prof. Dr. Loew. „Seien Sie ehrlich zu sich selbst: Was sind Ihre wirklichen Bedürfnisse? Was sind eigentlich Wünsche an Sie, die aus Ihrem Umfeld kommen? Woran fehlt es Ihnen? Leiten Sie daraus kleine, machbare Vorsätze ab anstatt sich mit übereifrig gesetzten Zielen zu überfordern.“ Nicht unbedeutend ist dabei auch die Wortwahl, weiß Loew: „,Ich darf nicht …‘ oder ‚Ich muss …‘ ist keine gute Idee. ‚Ich gönne mir mehr Ruhe‘ klingt doch gleich viel besser.“ 

Die Möglichkeiten, diesem Ziel nachzukommen, seien so vielfältiger und beschränken sich nicht auf ein Verbot oder eine starre Regel. So gelte der Satz „Ich bleibe beweglich“ sowohl für den Körper als auch für die Psyche. „Routinen oder kleine Rituale können dabei helfen, den Vorsätzen im Alltag einen festen Platz einzuräumen“, ergänzt der Experte für Psychosomatik und Psychotherapie. Für viele sei es hilfreich, sich morgens ein paar Minuten Zeit zu nehmen, um den Tag zu strukturieren und die Neujahrsvorsätze fest mit einzuplanen.

Fokus auf das Positive

Eine optimistische Einstellung zu den gefassten Vorsätzen, Plänen und Zielen macht vieles leichter. „Versuchen Sie die positiven Absichten hinter Ihren Vorsätzen in den Fokus zu rücken. Eine Minute Menschlichkeit, z.B. ein unerwartetes Lächeln, kann eine Stunde Anstrengung aufwiegen“, rät Prof. Dr. Loew. Ein gut gewählter Vorsatz sollte ohnehin echte Erfolgserlebnisse nach sich ziehen – und dazu motivieren, weiter an den persönlichen Zielen festzuhalten. Zudem solle ein Nachdenken über das was war am besten mit Dankbarkeit einhergehen. „Vorwürfe bringen einen nicht weiter, seien Sie nachsichtig mit sich selbst und schätzen Sie, was Sie bereits erreicht haben!“

Mut zur Lücke

Selbst, wenn wir Vorsätze mit Bedacht fassen und sich deren Umsetzung gut mit dem Alltag vereinbaren lässt, können äußere Umstände unsere Pläne zeitweise zum Scheitern bringen. Daher hat auch beim Thema Neujahrsvorsätze Perfektionismus keinen Platz. Zeigen Sie lieber etwas Mut zur Lücke. „Es empfiehlt sich, von vornherein kleine Puffer einzuplanen und sich so für unerwartete Ereignisse zu wappnen“, erklärt der Psychosomatiker und Psychotherapeut. Momente der Überforderung und Frustration in Bezug auf einen Neujahrsvorsatz ließen sich so optimal vorbeugen.

Die Kraft der Pause

Wer seine Neujahrsvorsätze nachhaltig in die Alltagsroutine integrieren möchte, sollte die zusätzlichen Pflichten daher ebenso gründlich planen wie die Auszeiten davon. „Bewusste Pausen helfen uns dabei, eine innere Ruhe zu kultivieren und Stress zu reduzieren, was uns in allen Situationen des Alltags zu Gute kommt. Vergessen Sie dabei nicht, lange auszuatmen und sich ein klein wenig zu bewegen. Und: Nutzen Sie Ihre Vorstellungskraft. Erinnern Sie einen schönen Moment in Ihrem Leben, einen angenehmen Ort, eine nette Begegnung. Das hilft uns dabei, im nächsten Schritt Gedanken zu ordnen, uns auf das Hier und Jetzt einzustellen und den Fokus auf das Wesentliche zu legen“, bemerkt Prof. Dr. Loew. Was die Gestaltung der Pausen anbelangt, so lohnt es sich, auch hier zu schauen, was guttut. Für die einen mag es ein Spaziergang in der Natur sein, für die anderen ein Meditationsritual oder einfach ein warmes Bad, doch egal wie die Pause abläuft, entscheidend ist es, sie tatsächlich auch zu machen.

Sieben Tipps für einen achtsamen Start ins neue Jahr

  1. Setzen Sie sich ehrliche Ziele und schreiben Sie sie auf.
  2. Suchen Sie konkrete Möglichkeiten, um Ihre Ziele zu erreichen und notieren Sie sich diese, um eine Orientierungshilfe zu haben.
  3. Nehmen Sie sich jeden Morgen 10 bis 15 Minuten Zeit, um Ihren Tag zu strukturieren.
  4. Denken Sie immer an das Gute, das Sie mit Ihren Vorsätzen erreichen können.
  5. Seien Sie nachsichtig mit sich selbst.
  6. Planen Sie Puffer ein.
  7. Machen Sie bewusst Pausen, mit Bewegung, einem Seufzer, und langem Ausatmen.

 

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